Über Fjordpferd Bamse2018-07-16T12:42:44+00:00

Nun zu unserem vielgeliebten „Fjordi“!

Bamse und Nina flottBamse ist ein sanfter zuverlässiger und gewitzter Kerl mit bemerkenswertem Beschützerinstinkt gegenüber Kindern, der auch immer auf seinen Reiter aufpasst, sei der nun groß oder klein. Bamse´s Beschützerinsinkt ist so ausgeprägt, dass er als einziges Pferd im Betrieb einmal ein viel zu früh von der Mutter getrenntes Fohlen adoptiert hat. Er stellt sich auch schützend vor mich, wenn er eine Gefahr vermutet.

Es gibt noch viel mehr Bemerkenswertes über Bamse zu erzählen; Ein wenig davon steht im Buch, aber hier auf der Website gibt es mehr Raum dafür, und ich werde regelmäßig von ihm erzählen und meine Erlebnisse mit euch teilen. Noch nie habe ich ein so kluges, spitzbübisches und kooperatives Pferd erlebt!

Das liegt sicher auch daran, dass ich Bamse mit viel Zeit, Geduld und Spaß ausgebildet habe. Dieser Kerl glaubt tatsächlich, dass alle Menschen ganz toll sind.
Ich habe lange nach ihm gesucht und hatte dann oft das Gefühl, einen „Lottosechser“ gemacht zu haben, so viel Freude machte er mir und anderen.

In seinem zweiten Zuhause, wo viele Reitlehrer, aber natürlich auch Reitschüler und Interessenten tätig sind, habe ich sehr viel für ihn geboten bekommen. Jeder wollte ihn mir abluchsen. Pferde, die gleichzeitig Reit- Therapie- und Voltigierpferd sein können, jede neue Aufgabe sofort begreifen und mit deren Kooperationsbereitschaft man immer rechnen kann, sind kostbar!

Schon ein gutes Voltigierpferd ist teuer. Bamse erledigte das mit links, und der Betrieb konnte allein deswegen einen Voltigierverein gründen. Bamse hat noch nie unwillig gegenüber einem Kind reagiert, und er hat noch nie einen Reiter abgeworfen oder auf andere Weise in Gefahr gebracht. Er lebt jetzt bei einer der Reit- und Voltigiertherapeutinnen, die von Anfang an mit ihm gearbeitet haben, Bettina, die Bamse genauso liebt wie ich, und auf deren Hof wir das Buch erstellt haben.

Alle Kinder in dem vorliegenden Buch wollten nur auf Bamse reiten! Er lässt sich nämlich alles gefallen und macht jeden Blödsinn mit. Wir haben ihn im vorliegenden, ansprechenden und bunten Buch mit 6 Kindern fotografisch zum „kleinen Hufeisen“ begleitet, und hatten das Glück, einen tollen, emphatischen Richter zu bekommen. Das ist nicht selbstverständlich!

Bamse als Therapiepferd

Fabienne fliegt auf BamseAls Diplompädagogin mit Zusatzausbildung für verhaltensauffällige Kinder, die meist Schlimmes durchgemacht hatten, wuchs in mir der Wunsch, meinen Schützlingen mit Hilfe des sanften Bamse etwas von dem verlorenen Urvertrauen und das kostbare Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Es gelang mir, dafür ein Schulprojekt zu konzipieren, für das ich später eine Auszeichnung erhielt. Ich hatte mir vorgestellt, mit Bamse ein wenig dafür zu trainieren, beispielsweise sofort stehen zu bleiben, wenn ein Kind Unsicherheit zeigte. Nichts war notwendig!

Bamse verstand, wie viele Tiere, vom ersten Augenblick an, was seine Aufgabe war. Es war sehr bewegend zu sehen, wie er dabei vorging, denn das Beziehungsangebot ging oft von ihm aus, besonders, wenn er merkte, dass ein Kind ängstlich war. Und wenn eines auf seinem Rücken verrutschte, blieb er stehen (obwohl beim Voltigieren oft Kinder abrutschten oder auch absprangen, und Bamse dann die Gangart beibehalten musste!). Sobald sich das Kind wieder zurecht gesetzt hatte und sicher fühlte, marschierte er weiter.

Die Wirkung von therapeutisch geeigneten Tieren auf Kinder, wobei es sich hier nicht um behinderte, sondern sozial bedürftige Kinder handelte, ist hinlänglich bekannt. Viele so genannte Ausbildungsmethoden machen aus einem neugierigen, sensiblen und von Natur aus kooperativen Jungspund ein für´s Leben traumatisiertes Tier, das vor allem für Freizeitreiter oder den Einsatz für Kinder völlig unbrauchbar ist.

Bamse wurde davon verschont. Er brauchte nicht, wie oben beschrieben, mit Strafen zu rechnen, wenn etwas nicht gleich klappte. Ein gesprochenes (Pferde hören sehr gut!) „Nein, so nicht!“ reichte völlig aus. Er kann jetzt von jedem geritten werden und verzeiht jeden Reiterfehler. Er versucht vielmehr, zu verstehen, was verlangt wird und es dem Reiter recht zu machen.

Bamse beim aufwärmen
Bamse auf Urlaub im Waldviertel
Bamse schön gemacht

Bamse ein raffinierter Schelm

Fjordpferd BamseMit „gewitzt“ habe ich gemeint, dass Bamse wirklich ein raffinierter Schelm ist und war. Sein Hobby war in jüngeren Jahren Ausbüchsen, aber so, dass man ihm nie auf die Schliche kam. Eine Zeit lang lebte er im Reitstall S.t Stephan in Süßenbrunn, den ich im Gegesatz zu anderen Einstellplätzen nur in guter Erinnerung habe. Wir bekamen sogar fixe Zeiten in der Halle, wo wir zu zweit an dem Projekt arbeiteten. Es gibt dort Koppeln, aber Bamse fand es netter, an dem üppigen Gras draußen zu naschen. Also fanden wir ihn immer wieder freilaufend vor. Die meisten anderen Pferde wären uns dann aus dem Weg gegangen, um weiter zu naschen. Nicht so Bamse: Er grüßte mit seinen freundlichsten Nasenlöchern und ließ sich seelenruhig wieder in die Koppel führen. Er wusste, dass er uns überlegen war.

Kurze Zeit später fanden wir ihn wieder draußen grasend vor, und das Spiel begann von Neuem. Kein anderes Pferd, und es gab dort viele in allen Größen, schaffte das! Niemals ließ er sich erwischen; Wir versteckten uns, Bamse blieb brav in der Koppel. Wir gingen auf einen Kaffee, Bamse war wieder draußen. Es wurde zu einem regelrechten Sport, bei dem sich auch andere beteiligten, aber Bamse war immer einen Schritt voraus. Niemand weiß bis heute, wie er das gemacht hat. Auf einem anderen Hof ging er genauso vor. Er besuchte dann mich, Kater Harry und Hündin Sally. Davon gibt es im Buch ein Foto.

Stopft man ein Pferd dauernd mit Köstlichkeiten voll, wird es nur fett und faul. Es ist wichtig, mit Kindern und Begleitern darüber zu reden, auch wenn es selten etwas bringt. Da Bamse überall der Liebling von Groß und Klein war passierte leider genau das. Selbst Menschen, die sich sonst nie in die Nähe eines Pferdes getraut hatten, wagten sich zu dem freundlichen Bamse und füllten ihn begeistert mit Dingen ab, die ihm gar nicht gut taten.

Er war ja soo sanft und süß! Und wie er mitmachte! Wir hätten ihn am liebsten versteckt. Also sah Bamse, der von Natur aus wunderschön war, zeitweise aus wie ein Knödel auf Stelzen. Das machte ihn leider auch anfällig für Krankheiten, so dass er wohl nicht so lange fit bleiben wird wie seine gleichaltrigen, aber weniger hinreißenden Fjordkollegen. Derzeit ist er aus den genannten Gründen nach schwerer Krankheit zu dünn.

Bamse passt auf!

kinderfreundlicher Bamse

Schaut euch jetzt noch das Bild „Danke, Bamse“, genauer an: Bamse steht frei und rührt sich nicht von der Stelle. Das würde er ausnahmsweise auch nicht tun, wenn man ihn dazu aufforderte, denn in all dem Kindergewusel kann er seine Hinterhufe, die ja die Waffen der Pferde sind, nicht sehen. Er hat viel zuviel Angst davor, an einem Kind anzustoßen und ihm weh zu tun.

Danke auch dafür, Bamse!